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158 Software-Migration planen und durchführen

Modul
Software-Migration planen und durchführen
Kompetenz
Migrationen für Versionswechsel oder Softwareablösung planen und durchführen.
Handlungsziele
1 Auf Grund eines Auftrages die Migration für den Wechsel auf die neue Software-Version (Major Release) oder auf eine neue Software mit ähnlicher Funktionalität erarbeiten (Vorgaben, Ziele, Termine, Tätigkeiten, Ressourcen, technische Anforderungen). Dokumentation mit Release Informationen sichten und relevante Punkte für die Migration erkennen und festhalten.
  Handlungsnotwendige Kenntnisse:
1 Kennt eine bewährte Vorgehensweise für die Migration von Software.
2 Kennt mögliche Risiken, welche bei der Migration auf eine neue Software bzw. auf eine neue Software-Version auftreten können.
3 Kennt Kriterien zur Bildung von Arbeitspaketen zur termingerechten und reibungslosen Abwicklung des Vorhabens.
4 Kennt Methoden zur Erkennung und Gegenüberstellung der für den Betrieb relevanten technischen Aspekte und Anforderungen einer Software (z.B. Systemumgebung, Datenmenge, Sicherheitsanforderungen).
 
2 Neue Version oder neue Software auf einem Testsystem installieren und sich mit den wesentlichen Unterschieden / Neuerungen vertraut machen.
  Handlungsnotwendige Kenntnisse:
1 Kennt Kategorien von Merkmalen, die für einen systematischen Vergleich von Softwarereleases relevant sind.
2 Kennt Konfigurationsmerkmale, die für den Betrieb der neuen Software-Version oder Software relevant sind.
 
3 Zu migrierende Datenbestände analysieren, identifizieren und Funktionalität auf dem Testsystem mit der neuen Version bzw. der neuen Software erproben. Relevante Punkte für die Migration erkennen und festhalten.
  Handlungsnotwendige Kenntnisse:
1 Kennt ein bewährtes Verfahren zur Analyse von Datenbeständen.
2 Kennt den Nutzen von Tests in einer realen oder virtuellen Testumgebung.
 
4 Bisherige Daten extrahieren, aufbereiten und ins neue System laden. Wo möglich die Vorgänge automatisieren.
  Handlungsnotwendige Kenntnisse:
1 Kennt Möglichkeiten Vorgänge mit einer Skriptsprache zu automatisieren.
2 Kennt ein Vorgehen um Datenbestände zu migrieren.
 
5 In einer Testumgebung die Funktionalität, Verfügbarkeit, Sicherheit und Vollständigkeit der Umstellung nachweisen und einen Freigabeantrag stellen.
  Handlungsnotwendige Kenntnisse:
1 Kennt eine Vorgehensweise zum Testen der Migration in der Testumgebung.
2 Kennt die Anforderungen für einen Freigabeantrag.
 
6 User-, Betriebs- und Wartungsdokumentation anpassen, definitive Umstellung planen und bewilligen lassen.
  Handlungsnotwendige Kenntnisse:
1 Kennt Aufbau und Inhalt der Dokumentation für die Wartung und den Betrieb von Software .
2 Kennt die begleitenden Massnahmen für die Migration sowie Aufbau und Inhalt der entsprechenden Dokumentationsformen (z.B. Rollback, Anwenderinstruktion, Servicedesk-Information).
 
7 Umstellung durchführen oder durchführen lassen.
  Handlungsnotwendige Kenntnisse:
1 Kennt Auftragsinhalt und -aufbau für die definitive Migration.
 
Kompetenzfeld
Service Management
Objekt
Neuer Major-Release einer Software inkl. Datenübernahme Neue Software für die Ablösung bestehender Software inkl. Datenübernahme
Niveau
4
Voraussetzung
Erfahrung im Umgang mit Scripts Erfahrung in der Aufarbeitung von Datenbeständen
Anzahl Lektionen
40
Anerkennung
Eidg. Fähigkeitszeugnis
Publiziert: 07.06.2014 17:15:41
Titel LBV Modul 158-1 - 2 Elemente - Bearbeiten eines Projekts, Vortrag / Referat
Institution Berufsfachschule BBB Baden
Übersicht Bearbeiten eines (Software-)Migrationsprojekts: In Gruppen wird parallel zum Unterricht ein (zu einem vorgegebenen oder frei gewählten) Szenario eine (Software-)Migration während des gesamten Modulverlaufs abgewickelt. Beispiele eines möglichen Szenarios: * Exchange Migration * Active Directory Migration * Wordpress nach Joomla Zu beachten ist, dass das Szenario die Migration einer Software enthält (Major Release) und die Datenübernahme des Altsystems. Der Ablauf soll einer Projektmanagementmethode entsprechen. Die Methode wird von der Lehrperson vorgegeben. Eventuell kann eine bereits angewandte Methode aus einem anderen Modul adaptiert werden. In dieser LBV ist beispielhaft die Projektmanagementmethode HERMES gewählt. HERMES ist ein Phasenmodell mit vier Phasen: * Initialisierung * Konzept * Realisierung * Einführung Die in jeder Phase erarbeiteten Ergebnisse werden am Phasenende der Lehrperson präsentiert. Die Lehrperson bewertet die präsentierten Ergebnisse und erteilt die Freigabe für die nächste Phase. Vortrag der Erfahrungen: Optional kann während des Projekts ein Arbeitsjournal geführt werden. Ein Arbeitsjournal hilf zum Erstellen eines Erfahrungsberichts. Nach Abschluss des Projekts erstellt jede Gruppe eine Präsentation über ihre gemachten Erfahrungen. Die Präsentation wird in der Klasse vorgetragen.
Ergänzung Die Vorgehensweise ist je nach Projektmanagementmethode unterschiedlich. Z.B. ist das Vorgehen nach dem Wasserfallmodell oder HERMES in deren Phasen und Ergebnisse unterschiedlich. Die LBV schränkt nicht auf eine Methode ein.

Teil 1
Gewichtung 90%
Richtzeit (Empfehlung) 30
Element-Beschreibung In Gruppen wird ein Szenario einer (Software-)Migration nach einer vorgegebenen Projektmanagementmethode abgewickelt.

Beispielhaft am Vorgehen von HERMES sind das folgende Phasen:

Initialisierung:
In der Initialisierung wird ein Szenario gewählt und der Projektauftrag erarbeitet.

Konzept:
In der Konzeptphase werden die Überlegungen aus dem Projektauftrag konkretisiert und in Konzepten (Einführung-, System-, Migrations- und Testkonzept) festgehalten.

Realisierung:
In der Realisierungsphase werden alle Vorbereitungen für die Einführung unternommen. Das Migrationsverfahren wird erarbeitet und muss gut getestet werden.

Einführung:
In der Einführungsphase wird die Migration durchgeführt. Der Erfolg wird im Testprotokoll festgehalten. Sollte die Migration nicht erfolgreich sein, sollte nachweislich das Fallback-Szenario angewandt worden sein.
Hilfsmittel keine Einschränkungen
Bewertung Die vorgetragenen Ergebnisse, jeweils am Ende jeder Phase, werden analog PKORG-IPA-Kriterien (Gütestufen 0, 1, 2, 3) bewertet.

Im Folgenden sind mögliche Beispiele pro Phase aufgelistet.

Initialisierung (ca. 25%):
-> Das Szenario ist innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen (z.B. Aufwand , Komplexität, Inhalt) gewählt.
-> Der Projektauftrag ist nach Vorgaben erstellt.

Konzept (ca. 40%):
-> Es sind alle konzeptionellen Überlegungen berücksichtigt worden.
-> Das Einführungsvorgehen und die Massnahmen sind situationsangemessen.
-> Die Systemarchitektur zeigt den SOLL-Zustand verständlich auf.
-> Das Migrationsverfahren und der Migrationsplan entspricht den Anforderungen.
-> Es sind sinnvolle Testfälle definiert.

Realisierung (ca. 25%):
-> Das Migrationsverfahren ist nachweislich getestet.
-> Das Fallback-Szenario ist nachweislich getestet.
-> Die Konzepte aus der Konzeptphase sind korrekt umgesetzt worden.

Einführung (ca. 10%):
-> Die Arbeiten sind gemäss Migrationsverfahren ausgeführt.
-> Die Umstellung ist erfolgreich oder bei nicht erfolgreicher Umstellung wurde das Fallback-Szenario erfolgreich angewandt.
-> Das Testprotokoll ist korrekt.
Praxisbezug Die stetigen Veränderungen in der IT zwingen die Unternehmungen regelmässig zu (Software-)Migrationen. Systemtechniker arbeiten in Migrationsprojekten mit, übernehmen die Führung von Teilbereichen oder sogar das komplette Projekt.

Teil 2
Gewichtung 10%
Richtzeit (Empfehlung) 4
Element-Beschreibung Optional kann die Lehrperson den Auftrag zum Führen eines Arbeitsjournals erteilen. Im Arbeitsjournal werden während des Projekts die Tätigkeiten, aufgetretenen Probleme, sowie allfällige Hilfestellungen und Überzeiten festgehalten.

Nach Abschluss des Projekts erstellt jede Gruppe eine Präsentation mit Ihren gemachten Erfahrungen. Die Präsentation über die Erfahrungen wird in der Klasse vorgetragen.
Hilfsmittel keine Einschränkung
Bewertung Der Vortrag wird analog PKORG-IPA-Kriterien (Gütestufen 0, 1, 2, 3) bewertet.

Die Bewertungskriterien können z.B. folgende sein:
-> Das Arbeitsjournal ist gemäss Vorgaben geführt worden.
-> Die Präsentation ist inhaltlich vollständig (Beschreibung Szenario , Beobachtungen, Verbesserungspotential, Reflexion / Fazit).
-> Die Erfahrungen sind verständlich und nachvollziehbar vorgetragen.
-> Die Präsentation ist angemessen vorgetragen.
Praxisbezug Systemtechniker müssen ihre Arbeit dokumentieren. Die eigene Reflexion davon hilft für zukünftige Herausforderungen.
Publiziert: 07.02.2017 08:31:00
Ablaufdatum: Kein Ablaufdatum
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